Seelenschmerzen

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Robin Williams ist tot. Ich bin tief betroffen davon und sehr traurig, dass er einfach nicht mehr hier auf dieser Erde ist. Dass er nicht noch viele tolle Filme drehen wird. Ich erinnere mich an meine Kindheit und Jugend. Robin Williams und seine Filme haben mich immer begleitet. Ich hab gelacht und geweint. Besonders sein Lachen, sein gütiger Blick haben mich berührt. Ich hatte mir vorgestellt er würde ein immer älter werdender Schauspieler sein, der immer weiter in allen möglichen Filmen zu sehen sein würde. Bis er schon ganz alt und grau und wackelig wäre. Und – darüber hatte ich jetzt nicht wirklich nachgedacht – aber ich nahm einfach an, irgendwann würde er eines natürlichen, sanften Todes sterben, im Kreise seiner Liebsten, wissend, wie geliebt er war. Seinen Ruhm genossen habend. So wie wir es uns für alle wünschen, die wir gern haben. Keinen Gedanken hatte ich daran verschwendet, dass er womöglich depressiv sein könnte. Dass er schon jahrelang gegen Dämonen ankämpfte, die letztendlich stärker sein sollten, als der Wunsch nach einem langen Leben. Und dem friedlichen Ende voll Liebe und Anerkennung.

Und ich bin nicht allein. In meinem facebook-newsfeed häuften sich die fassungslosen Posts darüber wie unglaublich es sei, dass jemand, der so lustig ist in Wahrheit so traurig sein kann. Manche klangen regelrecht empört über ein Täuschungsmanöver. Ein Komiker, ein Schauspieler, wie kann er nur anderen eine Rolle vorspielen!  Meine Antwort darauf ist: Alles davon ist wahr. Und in sämtlichen Rollen war er sowohl ein Schauspieler, als auch wahrhaftig. Denn die Lustigsten sind leider oft auch die Traurigsten. Hat was mit Tiefe zu tun. Und dem Bewusstsein um die Schere, die sich auftut, wenn man besonders für das Eine bekannt ist. Das Eine, nämlich die besondere Leistungsfähigkeit. Das Talent. Das Genie. Ja klar ist es tragisch, wenn diese Leistungsfähigkeit, das Talent, das Genie eben jenes Feld betrifft, in dem man sich besonders gut verstellen können muss. Und genau das ist die Crux!

Ja, ich gebe zu. Es ist schwer zu begreifen, dass ein Mensch, der so erfolgreich, reich, berühmt, so talentiert, so lustig und beliebt ist eine dunkle Seite in sich hat. Dass er innerlich taub, kalt, grau, dunkel – ja abgestorben ist. Er hatte doch alles. Er hatte drei wundervolle Frauen. Drei bezaubernde Kinder. Geld. Wenn nicht tolle Urlaube und Reisen, die ihn auf andere Gedanken bringen hätten können, dann hätte er doch die ausgefallensten und tollsten Therapien machen können …

Dabei ist es doch eigentlich  gerade in Berufen, die Applaus beinhalten, gar nicht so verwunderlich und ungewöhnlich, dass sobald der Erfolg abebbt, sich eine Krise ankündigt. Denn wenn jemand nicht ein extra-starkes Grundgerüst an Selbstwert mitbringt, dann ist es doch sogar eher sehr wahrscheinlich, dass er seinen Wert an der Meinung anderer über sich und seine Arbeit festmacht. Dass er Ängste entwickelt, die er in Schach halten muss – entweder mit viel Arbeit oder besonders gelobter Arbeit. Oder Sport. Oder Drogen. Oder einem ganz besonders tollen Körper. Irgendwas, dass ablenkt, von dem, wie dieser Mensch zu sich selbst steht. Also, wie er allein und ohne Schnickschnack, ohne die Möglichkeit abzuhauen, mit sich klar kommt. Wie man mit den Abgründen umgeht, die sich auftun, wenn alles drum herum leise ist und man keine Möglichkeit der Ablenkung hat. Wo es doch wahrscheinlich jeder von uns vorziehen würde, hofiert zu werden. Mittlerweile wissen wir: Lob (und genau das ist Applaus) macht süchtig. Gerade für Menschen aus meiner Generation oder älter, die wir schon früh an diese Droge herangeführt wurden ist das harte Realität. Das Gefährliche an Lob ist: Es zahlt nur auf das Selbstvertrauen-Konto ein. Also auf unser Vertrauen bezüglich unseres Könnens, unseres Wissens, unserer Versiertheit. Es hat nichts damit zu tun wie wir zu uns selbst stehen, ob wir uns mögen. Wie wir mit Misserfolgen umgehen. Ob wir uns noch gern im Spiegel sehen, wenn wir mal richtig Mist gebaut haben. Wenn unsere Leistungen mal unter aller Sau waren und die ganze Welt uns das auch zeigt.

Ich will mir weiß Gott nicht anmaßen zu wissen, was der Grund dafür war, dass ein so wundervoller Mensch einfach nicht mehr weiterleben wollte. Aber eins weiß ich sicher: Sein Schmerz war nicht mehr auszuhalten. Seine Traurigkeit riesengroß. Er war auf einer Insel, die von Nebel umgeben war. Und die größte Liebe von außen hätte ihn nicht retten können. Die einzige Liebe und Hoffnung, die das hätte schaffen könne hätte aus ihm selbst kommen müssen.  Und deshalb möchte ich jetzt nur noch eines: Robin Williams danken, für all die Liebe und das Lachen, das er in diese Welt gebracht hat. Ihm wünschen, dass er seinen Frieden hat. Dass seine Seele wild und frei fliegen möge – und sie jetzt, nachdem all die irdischen Lasten Vergangenheit sind die ganze Liebe spüren kann, die hier in der Welt noch da ist!

 

 

 

 

 

 

 

Lebenswandel … oder: Shit gibt’s gern auch mal im Abo

Vor acht Monaten hat sich mein Leben drastisch verändert. Nicht äußerlich. Da ist noch alles relativ gleich geblieben. Ich liebe Tiere … und Menschen.  Ich schreibe unheimlich gerne. Bei den Menschen bin vor allem vernarrt in Kinder, große und kleine, aber ganz besonders Babys. Ich setze mich manchmal zu sehr unter Druck bis zu dem Punkt, dass gar nichts mehr geht. Regelmäßig fühle ich mich noch wie eine Eremiten-Mama – alles dreht sich um Haus, Hund und Kinder. Dann, pünktlich wie ein Uhrwerk, die Frage: Wer bin eigentlich ich jetzt? Und regelmäßig kochen und immer alles schön sauber und aufgeräumt krieg ich immer noch nicht hin, jedenfalls nicht annähernd so tiptop wie meine Mama. Und ich wäre gern schon fünf Schritte weiter, als ich bin – vor allem beruflich.

Aber es ist so wahnsinnig viel anders seit dem 7. Januar 2014, seitdem ich erfahren habe, dass ich Mama von eineiigen Zwillingen bin. Und, dass sie nicht mit uns auf dieser Welt leben werden. Im Rückblick bin ich erstaunt und glücklich darüber, wie schnell ich meinen Bedürfnissen nach dieser Erfahrung folgen konnte. Wie genau ich sagen und auch danach fragen konnte, was ich in bestimmten Momenten gebraucht habe. Sonst war das nie meine Stärke. Aber irgendwie war mir wohl klar, dass es wirklich darauf ankam. Zeit für mich wurde zum unerlässlichen Elixier für mein Leben mit der Trauer. Ruhe, Stille, und nur ich, Kerzen und die Verbindung zu meinen Babys. Am Anfang habe ich viel gemalt und geschrieben und wie eine Verrückte kleine Taschen gehäkelt. Ich hatte einen superfeinen Freelancer-Job und hatte verdammt Spaß daran. Alex hat viel Zeit mit den Kindern verbracht, um mir den Rücken frei zu halten.

Ich habe geheult, als gäbe es kein Morgen. Jeden Tag seit der Geburt meiner Tochter bin ich in Unendlichkeit dankbar für sie und seit der Geburt meines Sohnes für beide. Seit Januar habe ich das Geschenk, dass diese beiden gesunden kleinen Wunder mir sind noch eine kleine Unendlichkeit mehr schätzen gelernt. Ich hab mich in den erste drei Monaten dieses Jahres sehr einsam gefühlt, doch das Gefühl kenne ich gut, insofern macht es mir nicht so viel Angst. Das Schlimmste war, zu wissen, dass mir hier im irdischen Leben für immer etwas fehlen wird. Etwas, das mir nichts und niemand (zurück) geben kann. Diese Erfahrung ist die, die sie ist. Diese Liebe ist die, die sie ist. Der Schmerz ist der, der er ist. Alle Schuldgefühle, die die Erfahrung begleiten – berechtigt oder nicht – sind einfach, wie sie sind.

Natürlich ist da die Frage nach dem Sinn.  Mir war immer so wichtig, dass alle meine Erfahrungen, auch die schlechten, einen Sinn haben. Alex hat – so etwa vor fünf Jahren – mal zu mir gesagt: „Rebecca, ich glaube, du hast für Dein Leben schon genug Mist erlebt.“ So nach dem Motto: Shit-Abo ist gekündigt. Aber so funktioniert das nicht. So läuft das Leben einfach nicht. Und sicher gibt uns der liebe Gott auch nicht „nur so viel, wie wir auch ertragen können“. Oder „so viel, dass wir hinterher so richtig toll die Welt retten können.“ Return To Zero lief mir über den Weg. Es war, als sei ich an einer offenen Tür vorbei gelaufen. Und konnte nicht mehr so tun, als würde ich nicht ständig drüber nachdenken, einfach eine Deutschlandseite zu machen und einfach zu versuchen, den Film hier bekannt zu machen. Vor ein paar Wochen habe ich ihn zum ersten Mal in voller Länge gesehen und bin unglaublich froh und stolz ein klitzekleiner Teil von etwas so Liebevollem und Tollem zu sein. Jeder Gedanken darüber hat sich für mich gelohnt.

Letzte Woche wollte mich mein Bruder in einer E-Mail trösten und schrieb, dass es sicher frustrierend sei, dass meine Bemühungen rund um Return To Zero nicht gefruchtet hätten. War total lieb gemeint. Mein Bruder kennt mich in- und auswendig. Ich hatte ihm eine Nachricht von Sean Hanish – dem Regisseur von RTZ weiter geleitet – in der Sean sich für mein Feedback bedankt hat und mir geschrieben hat, wie wichtig ihm es war, das zu lesen. Ich wollte meine Freude darüber einfach mit meinem Bruder teilen … doch der hatte offenbar sofort den Impuls mich „aufbauen“ zu müssen. Genau da wurde mir klar, dass sich in den letzten Monaten etwas Entscheidendes in meiner Haltung gegenüber dem Leben geändert hat (was meine Umwelt wahrscheinlich noch nicht so von mir gewohnt ist). Ich weigere mich, nur glücklich und zufrieden zu sein, wenn etwas so ausgeht, dass man es gemeinhin als Erfolg bezeichnen könnte. Ich lebe den Moment, ich genieße den Weg. Denn mir ist klarer als je zuvor: In einem kleinen Moment kann alles vorbei sein. Ängste und Sorgen sind sicher ein Teil des Lebens – aber wenn sie das Jetzt und Hier zu sehr beeinflussen schmeiß ich sie hochkant raus. Erfolg ist für mich – das weiß ich dank meinen Star-Twinnies – mein Leben zu leben, meinen Weg zu finden und zu gehen. Oder beim Gehen zu finden. Nicht immer total sicher und selbstbewusst, aber liebevoll und mit soviel Freude wie möglich!

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Shiny healing lyrics

Songtexte.

Ich kann derzeit gar nicht aufhören Musik zu hören, morgens, mittags, abends, nachts und habe festgestellt, dass ich ganz ganz viele Lieder von früher ziemlich tröstlich finde.

Da liegt nichts näher als sie ihr wundervolles Werk tun zu lassen.  Zu helfen, mein angeschlagenes Herz zu heilen.

„Shine“ hab ich heute zum ersten Mal gehört. Wir sind alle unterschiedlich.  Und jeder ist wichtig, strahlt in seinem eigenen, besonderen Licht. Zu seiner eigenen Zeit und wenn es mal hakt – zusammen können wir strahlen …

Shine (Jason Mraz)

Once upon a time there was a meeting of minds

The sun and the moon made a deal with the sky

One would take the morning and the other the night

Together they would blanket the world with light

But the moon had a shadow, he felt like a liar

The sun was the only one who carried the fire

The sun saw this, she kept on glowing

Bound to the moon, never saying, „you owe me“

She said I’ll shine on you (shine on you)

I will shine on you (shine on you)

I will shine on you (shine on you)

I will shine on you

I keep a lamp over you, glowing in my heart

To keep from tripping over troublesome thoughts in the dark

We ain’t that different, we huddle underneath the same stars

I see who you really are

You’re every creature, every man, every woman and child

You’re the closest thing I’ll ever get to knowing God

Like the sun to the moon, I’ll send my love and light

A love like ours, it’ll fill the whole sky

Think of the people that you love the most

Send them your light and hope it glows

Say I will shine on you, I will shine on you

No matter the distance, the space, or the time

Love travels in the speed of light

And if you forget we are the chosen ones

Turn your eyes to the attention of the morning sun

Wherever you go, however you move

The light is gonna shine directly to you

Let it shine on you (shine on you)

Yes I’m gonna shine on you

I will shine on you (shine on you)

 

 

 

Zeitenwende

Aber zu Beginn der neuen Zeit 

rührte sich plötzlich die Welt nicht mehr.

Und als sie ihr Seelenwunder erlebte

zerschellte ihr Herz am Schmerz,

versagten ihr Körper und Verstand.

Ihr Puls schwirrte

und zwei sanfte Sternenlichter führten sie

hinauf ins himmlische Reich

der bedingungslosen Liebe. 

—–

But at the beginning of the new age

the world suddenly stopped moving.

And when her soul witnessed a miracle

her heart was shattered by pain,

her body and mind failing.

Her pulse buzzed

and two smooth starlights guided her

up into the heavenly kingdom

of unconditional love.

 

time and our own hearts

 

Not only a movie …

Last week I was a little bit … I don’t know if ‚upset‘ would be the proper word to describe it. For the news I got were definitely something great, and to be grateful for. I read the news that Return To Zero will be shown in France this September. Which is awesome news. And I’m happy about it. But still I’m kinda annoyed. Annoyed that it’s not happening in Germany. And then my husband said something. Don’t get me wrong, this guy has been supporting the heck out of me during the last three months in getting the word out about this movie. He has read everything I wrote, brainstormed, taken care of the kids at points when in my head nothing but the movie was going on and I had another idea whom I could ask to promote it. For it to be shown on German TV. But what my sweet hubby said so rang a bell in my head – that sounded like a fire alarm. He said: „But you know – it’s only a movie!“

When very clearly, it’s NOT. Only a movie. It is more than that. Yes, one could argue – you are a bereaved mother and you’re grieving the little baby-twins you lost and it’s sweet that you’re getting yourself into it so much. Until you get over it and forget about it and talk about other things again. Well, most of the above is true. The thing is however, I won’t get over it. Neither the death of my babies nor talking about the importance of this movie … along with all other things that I feel I need to talk about that concern my family, me and what I stand for.

For sure, I’m not the only one cherishing this film from the bottom of my heart, and not only because it’s BREAKING THE SILENCE (which is a big part of it, but certainly not everything) – and making it possible for parents of babies that went way to soon to feel acknowledged as being parents. Sean and Kiley are telling THEIR story, so it’s clearly NOT only a movie – but a true story. They sold their house in order to complete this piece of art, I hope nobody will have a doubt that this makes it a result of pure passion. Many people have been putting trust into the production of Return To Zero by donating time and money. From what I’ve seen of Minnie Driver and Paul Adelstein playing Maggie/Kiley and Aaron/Sean they’re doing an awesome job – in playing something that must not have been easy at all.1170706_824356790923812_807533320_n

And on top of that Sean and Kiley have been there before and after Return To Zero was aired – in numerous google+ events – and a Facebook-group especially set up for that purpose in order to answer questions for the audience. Kiley is offering retreats for bereaved mothers. There is a book out called „Three Minus One“ containing stories told by parents – about love and loss. And there’s a workbook/discussion guide out – free for download. Sean is accessible for us Local Leaders, or anybody that has questions – which I think is nothing but a gift.

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When I went to college I took a script-writing-class – only seven people out of 150 could take part in it. German TV aired a mini-series „Jahrestage“ – one of his books. The professors‘ only criteria for a student to take part in the class was that everyone should have read all the books by Uwe Johnson,  a German author, who wrote quite some books. I had eight weeks to get through well over 1.000 pages which I did with great pleasure, as in Uwe Johnsons‘ books the characters returned in every book in different constellations. To make a long story short, I got in. And after reading everything multiple times, watching the shows on TV and working on screenplay-examples … this was not only a show to me.

And that’s what holds true to me. It’s like with everything in life – if you open your heart to it, it automatically grows into something bigger, possibly invaluable. And that’s what this is for me. Most certainly not only a movie.

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Authenzität

 

Sternengeburt

Heute ein Text, den ich Gastbeitrag speziell für den Internetauftritt der wundervollen Doula meines Vertrauens Mika Kienberger (www.wunschgeburt.de) geschrieben habe. Das Thema ist sehr komplex, und ich begegne jeden Tag aufs Neue meiner Trauer. Gefühle von Einsamkeit gehören feste dazu. Aber auch ganz viel Hoffnung. Und Dankbarkeit – meine beiden Sterne würde ich niemals in meinem Lebe missen mögen. Und Danke Mika, für Deine Unterstützung in einer wirklich harten Zeit.

Zum Lesen bitte einfach auf die Überschrift klicken!

 

 

Link

Changes … Alles neu …

Change - Veränderungen

SPOILER ALERT struktureller Art: Ein neuer Name, ein neuer Slogan. Und hier der Grund: Irgendwie ist es offensichtlich. Dieser Blog ist nicht das, was es ursprünglich werden sollte. Ich wollte Anfang des Jahres eigentlich nur virtuell „umziehen“. Hinterher ist man ja immer schlauer – aber ich dachte damals noch, ich schreibe ein wenig davon, was gerade in mir vorgeht und dann hake ich das ab. Mittlerweile ist mir aber klar, was „daraus“ geworden ist. Die Erlebnisse von Anfang des Jahres haben bewirkt, dass ich mich so fühle als hätte mein Seelengebäude einfach noch ein Stockwerk mehr, ein tieferes. Und auch, was dieser Blog hier geworden ist – es ist ein Zeugnis meines Umgangs mit dem Verlust von Anfang des Jahres. Es ist keine Fortsetzung von Becca’s Bunch, es ist etwas Neues. Deshalb jetzt meine Entscheidung – ich werde meinen alten Blog auf blogspot (http://rebeccabustamante.blogspot.de) weiterführen. Dort finden dann die familylab-Themen statt, auch ein Herzthema.

Aber hier muss ich einfach diesem neuen, tiefgaragenähnlichen, Stockwerk gerecht werden, das meinem Leben Anfang dieses Jahres hinzugefügt wurde. Ich habe es angenommen, es ist ein Teil von mir geworden, der seinen Raum fordert und den ich nicht mehr missen möchte. Ich beschäftige mich hier mit einer grenzenlosen Liebe, die sich nicht einfach auflöst, weil jemand nicht mehr hier auf der Erde ist. Diese Liebe bleibt – und sie hat viele Gesichter – und Farben. Sie ist grau, schwarz aber auch golden und glitzernd. Man nennt sie Trauer. In unserer Gesellschaft wird sie geächtet, aber das hat sie nicht verdient. Denn „es wird Zeit, der Gesellschaft beizubringen, emphatisch mit Trauernden umzugehen.“ (Nathalie Himmelrich). Ich bin dabei!

„DIE ERDE BRAUCHT TRAUERNDE

„Gesegnet sind die Trauer tragen. – Wenn die Toten sich ausruhen vom Totsein, dann stehen sie auf und singen – dieser Satz findet sich in einer alten und weisen Trauerbegleitung. Die Verstorbenen sind nicht so weit weg, dass sie nicht zum Singen kommen könnten. Zwischen Tod und Leben gibt es eine schmerzliche Lücke, aber keine eiserne Tür, die nur in eine Richtung zu durchschreiten wäre. Beide Welten sind durchlässig. Lebende und Verstorbene können gemeinsam ihre Stimmen erheben und da sein. Doch wer vermag diesen Zusammenklang zu hören? Die Trauernden auf dieser Erde haben ‚Organe’, mit denen sie hören, was kein Ohr sonst zu hören vermag. Sie haben Augen, mit denen sie wahrnehmen, was kein Auge je gesehen. Gesegnet sind die Trauernden, denn diese Erde braucht sie.”

Wolfgang Teichert, Pastor und
ehemaliger Vorsitzender des Instituts für Trauerarbeit (ITA) e.V.,

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Read All About It

Das ist mein Motivationslied. Ein großes Thema für mich, da ich immer mit meiner „Stimme“ zu kämpfen habe. Zugegebenermaßen gehe ich schon davon aus, dass ich was zu sagen habe. Daher auch der Blog 😉 ….

Es kommt mir so lange her vor, dass ich gepostet habe. Es waren ziemlich voll gepackte zwei Wochen, seit Januar kommt mir die Zeit sowieso vor, als würde sie noch einen Ticken mehr rasen, als zuvor. Vorletzte Woche habe ich alles an Herzblut und Energie, was ich hatte in mein Return To Zero Deutschland-Projekt gegeben. Ich hatte mir sehr Unterstützung auf Facebook erhofft, doch diese Hoffnung war leider vergeblich. Ich frage nicht so gern nach Unterstützung, von daher war es wirklich ein Schritt raus aus meiner Comfort zone. Und ich habe alle Register gezogen, diesmal.

Ich bin auch nicht grimmig darüber, dass auf  so wenig zurück kam – muss es hier aber einfach mal loswerden. Zwischendurch war ich betroffen davon, das gebe ich zu. Aber dann ist mir auch wieder klar – bei den meisten Menschen liegt es einfach nicht oben auf der Agenda sich dafür einzusetzen, dass dieser Herzfilm in Deutschland bekannter und gezeigt wird. Like’s und Share’s sind auch unter Freunden nicht leicht zu bekommen. Wenn ich mich recht erinnere, haben drei liebe Freundinnen geteilt. Für meine Begriffe wirklich zu wenig. Eine davon, Vanessa, lebt noch nicht mal in Deutschland. Eine weitere tut es und ich spüre immer wieder ihre Unterstützung – ich bin Dir sehr dankbar, Christin. Die dritte ist die kleine Schwester, die ich nicht hatte, Gunilla. Sie steht mir und meiner Familie bei was auch immer kommen mag. Da kann ich ohnehin nicht genug für danken. Man kann das zwiespältig sehen – viele sehen es nicht, viele lesen es nicht, einige waren genervt.

Wenn einem ein Thema so im Herzen sitzt, dann ist es zuweilen schwierig, geduldig zu bleiben! Ich habe viel mitgenommen und konnte mich auf die Hilfe zweier Freundinnen von ganz früher verlassen! Danke Tina und Jana. Lina aus Schweden hat mir ihren Text zur Verfügung gestellt … irgendwie nahm alles seinen Gang.

Mir ist bewusst: ohne Facebook hätte ich niemals von Return To Zero erfahren und viele Schritte, die sich ergeben haben nicht tun können. Ich bin sowas von überzeugt von diesem Film. Ich bin sowas von überzeugt davon, dass es eine Babyloss-Community in Deutschland geben sollte. Und ich bin sowas von überzeugt davon, dass man Freunde, die eine wichtige Sache auf dem und im Herzen haben, unterstützen sollte!!! Danke an die, die es getan haben! Das musste mal gesagt werden.

Video

RETURN TO ZERO – break the silence! Jetzt mitmachen!

Ein brillanter Film, mit spitzenmäßiger Besetzung (Minnie Driver – halloooooohooo?!) mit einem herzzerreißenden Thema. Und bisher ist noch nicht klar, ob und wo er in Deutschland gezeigt wird! Klingt unglaublich, oder? Ist es auch! Deshalb gilt es jetzt, dieses Meisterwerk bekannt zu machen, komme was da wolle. Und alle Kontakte zu TV-Sendern zu mobilisieren, Interesse zu wecken und zu zeigen, dass dieses Thema brennt und vielen Menschen am Herzen liegt.

Wie? Liked und shared bitte die Deutschlandseite von RETURN TO ZERO:

https://www.facebook.com/returntozerogermany?ref=hl

Erzählt es weiter – teilt es mir allen, die Ihr kennt. Kontaktiert mich mit Ideen und Anregungen. #letsdothis #letsbreakthesilence

Ich danke Euch ❤ Es ist eine Herzensangelegenheit!

http://returntozerothemovie.com/blog/

 

Weiter Links zur Information:

 

http://archive.wired.com/geekdad/2013/01/return-to-zero/

Video

Was ich Dir sagen möchte

 

Liebste trauernde Mutter,

es tut mir unendlich leid, was passiert ist. Du hast Dein Baby verloren. Egal ob in der 4. oder in der 40. Woche. Du hast Dein Baby verloren und jetzt ist da soviel Liebe und Du weißt jetzt gar nicht wohin damit. Deine Gefühle wirbeln Dich hin und her, mal bist Du ganz ruhig und mal wirst Du von Weinkrämpfen geschüttelt. Du kannst es gar nicht fassen. Was brauchst Du jetzt?

Ich will, dass Du weißt, dass ich für Dich da bin. Ich möchte Dich in Deiner Trauer wahrnehmen, wieder ein bisschen besser kennen lernen. Auch wenn wir uns bereits gut kennen ist das eine neue Facette. Du kennst Dich nicht in ihr. Und ich auch nicht. Bitte denke niemals, Du fällst mir zur Last. Ich bin ganz selbstverständlich an Deiner Seite!  Ich bin da, wenn Du reden möchtest … und wenn Du schweigen möchtest. Wenn Du Zeit für Dich brauchst übernehme ich gern die alltäglichen Aufgaben für Dich, damit Du ein wenig Ruhe bekommst. Falls Du Kinder auf dieser Erde hast spiele ich mit ihnen – oder wir machen einen Ausflug. Wenn Du es nicht allein aushälst biete ich Dir meine Schulter. Weine, so lange wie Du musst. Ich habe keine Angst vor Deinen Tränen. Ich möchte Dich halten. Und wenn es besser ist, dann weine noch mehr. Einfach, weil Du es darfst. Und weil ganz bestimmt noch Tränen übrig sind. Ich habe keine Angst vor Deinem Schmerz. Wenn Du mir davon erzählen willst, höre ich Dir zu. Nein, ich bin nicht genervt davon, was Du erzählst. Und nein, Du bist nicht zu negativ. Du hast Dein Kind verloren. Und damit Deine Hoffnung für die Zukunft, Eure Träume für Eure Familie. Du hast ein Recht darauf, zu sein wie Du bist. Ich höre Dir zu. Ich bin mir sicher, Du hast Fragen. Ich möchte Dir gern die Antworten geben, die ich habe.

Wenn Du magst, darfst Du mir von Deinem Baby erzählen. Hattet Ihr schon einen Namen ausgesucht? Wenn Du magst werde ich Dein Baby bei seinem Namen nennen. Sicher habt Ihr schon Pläne geschmiedet – was davon bringt Dich jetzt noch zum Schmunzeln? Keine Angst, ich weiß, dass es in der Trauer auch Lichtblicke gibt und Du nicht alle Gedanken an Deine Schwangerschaft verdrängen möchtest, da Du in der Zeit sehr glücklich warst. Welche Erinnerungen machen Dich besonders traurig? Nein, wirklich: Du darfst Dich mir in Deiner Trauer zeigen! Denn wie schon gesagt: Ich habe keine Angst vor Deinem Schmerz! Du hast das Gefühl, es ginge gerade nur um Dich? Bitte mach Dir darum jetzt keinen Kopf. Lass uns genau hinschauen, was wir Dir jetzt noch Gutes tun können.

Was ist ganz besonders schwer für Dich? Plagen Dich Schuldgefühle? Ich höre mir an, was Dich belastet. Wo Dein Baby wohl jetzt ist? Glaubst Du an den Himmel? Oder spürst Du die süße Präsenz seine Seele immer um Dich herum? Ganz besonders, wenn Du eine Kerze ansteckst? Wenn Du willst, dann suche ich Dir eine schöne Kerze aus und wir stecken sie gemeinsam an. Wie sonst gedenkst Du Deinem Baby? Ich möchte Dir anbieten, mit Dir nach einem Weg zu suchen, der sich gut für Dich anfühlt.

Du fragst Dich, wie lange das so gehen soll? Ob es irgendwann vorbei geht und nicht mehr so traurig ist? Ich denke, es wird anders. Wie, das weiß ich nicht. Sicher gibt es bessere Tage und sehr dunkle Tage – bessere Stunden und dunklere. Aber denk immer dran: Wenn die dunklen Zeiten kommen, dann bin ich für Dich da!

Ich umarme Dich.

Herzlichst, Deine Trauer-Freundin ❤

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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